
Allergien bei Hunden verstehen
Die versteckten Ursachen und ganzheitliche Ansätze zur Heilung
Wenn dein Hund an ständigen Juckreizattacken leidet, Hautprobleme entwickelt oder immer wieder Verdauungsbeschwerden wie z.B. ständig wiederkehrende Durchfälle zeigt, wirst du wahrscheinlich schon viele Ansätze zur Lösung ausprobiert haben. Eine der häufigsten Empfehlungen von Tierärzten ist die Futterumstellung – oft auf hypoallergene oder hydrolysierte Diäten. Doch was, wenn das Problem dadurch nur kurzfristig gelindert wird? Was, wenn der wahre Grund für die Allergie nicht im Futter selbst liegt?
In meiner Therapie werfen wir einen tiefen Blick auf die verborgenen Mechanismen, die Allergien verursachen können. Die Lösung ist oft nicht einfach eine Änderung der Marke oder Zusammensetzung des Futters, sondern erfordert ein ganzheitliches Verständnis der gesundheitlichen Zusammenhänge im Körper deines Hundes. Nur so lässt sich eine nachhaltige Besserung erzielen.
Heimliche Anzeichen: Was Allergien wirklich über den Körper deines Hundes aussagen
Ständiges Kratzen, Lecken, schuppige Haut, kahle Stellen oder wiederkehrende Ohrenentzündungen – wenn dein Hund diese Symptome zeigt, sind sie oft nur die Spitze des Eisbergs. Auch Symptome wie Durchfall, Erbrechen oder Blähungen können Ausdruck einer allergischen Reaktion sein. Aber das zentrale Problem ist oft viel umfassender als ein simpler „Zutatenfehler“ im Futter. Diese Anzeichen deuten darauf hin, dass das Immunsystem deines Hundes dauerhaft überlastet ist.
Hunde sind Meister darin, uns durch Körpersignale mitzuteilen, dass etwas nicht stimmt. Wenn das Immunsystem überreagiert und harmlosen Nahrungsbestandteile als Bedrohung ansieht, läuft im Körper deines Hundes etwas grundsätzlich falsch. Die Frage ist also: Warum gerät das Immunsystem deines Hundes überhaupt so aus dem Gleichgewicht?
Die verborgenen Auslöser: Umweltgifte, Stress und die Rolle der modernen Hundenahrung
Die heutige industrielle Tiernahrung ist leider oft eine Belastung für das Immunsystem. Viele Futtermittel enthalten chemische Zusätze wie Konservierungsstoffe, Farbstoffe und Geschmacksverstärker, die zwar das Futter für Hunde optisch und geschmacklich ansprechend machen, jedoch gleichzeitig das Immunsystem schleichend schädigen. Zu den bekanntesten Zusatzstoffen gehören BHA, BHT und Ethoxyquin – chemische Konservierungsmittel, die das Futter vor dem Ranzigwerden bewahren sollen, aber auch als potenziell gesundheitsschädlich gelten. Besonders besorgniserregend ist, dass diese Stoffe sich im Körper anreichern können und das Immunsystem zunehmend sensibilisieren.
Wenn dein Hund über Jahre hinweg solches Futter bekommt, kann sein Körper diese chemischen Belastungen irgendwann nicht mehr kompensieren. Das Immunsystem beginnt, harmlosen Nahrungsbestandteilen gegenüber aggressiv zu reagieren. Einfache Futtermittelallergien werden so zu chronischen Leiden. Hinzu kommen oft andere Umweltgifte wie Pestizide, Schwermetalle und Zusatzstoffe in Wasser und Umgebung, die die Immunreaktion weiter verstärken.
Doch es ist nicht nur die Chemie in den Lebensmitteln und in der Umwelt, die eine Rolle spielt. Auch psychischer Stress – etwa durch häufige Veränderungen im Alltag, eine unruhige Umgebung oder Trauer nach dem Verlust eines Spielkameraden – kann das Immunsystem destabilisieren. Das Immunsystem deines Hundes ist ständig dabei, die Balance zwischen „Schutz“ und „Ruhe“ zu finden. Wird es permanent durch äußere Einflüsse gefordert, verliert es irgendwann diese Fähigkeit und reagiert überempfindlich.
Der geschwächte Darm: Wie ein „Leaky Gut“ Futtermittelallergien fördert
Der Darm deines Hundes ist weit mehr als nur ein Verdauungsorgan – er ist das Herzstück seines Immunsystems. Hier leben Milliarden von Mikroorganismen, die gemeinsam die „Darmflora“ bilden und eine entscheidende Rolle dabei spielen, Nährstoffe aufzunehmen, Giftstoffe auszuscheiden und den Körper vor Krankheitserregern zu schützen. Wenn der Darm gesund ist, bleibt auch das Immunsystem im Gleichgewicht. Doch wenn der Darm geschwächt ist, etwa durch Medikamente wie Antibiotika oder durch minderwertige Nahrung, können sich Löcher in der Darmwand bilden – das sogenannte „Leaky Gut“-Syndrom.
Ein „leakender“, also durchlässiger Darm, bedeutet, dass unverdauter Nahrungsbrei, Toxine und Bakterien in den Blutkreislauf geraten. Das Immunsystem wird dadurch ständig gereizt und beginnt, sich gegen eigentlich harmlose Bestandteile zu wehren. Dieser Zustand kann zur Entstehung von Futtermittelallergien führen, da das Immunsystem irgendwann Proteine aus dem Futter als Bedrohung erkennt und eine allergische Reaktion auslöst. Ein Hund mit einem Leaky-Gut-Syndrom zeigt oft eine Vielzahl von Symptomen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben: Hautprobleme, Verdauungsstörungen, Müdigkeit und sogar Verhaltensauffälligkeiten wie Nervosität oder Aggressivität.
Die Ursachen für einen „leakenden“ Darm sind vielfältig und reichen von der Ernährung über Umweltgifte bis hin zu Stress. Hier ist es entscheidend, nicht nur das Symptom (die Allergie) zu behandeln, sondern das Darmmilieu langfristig zu stabilisieren und die Darmbarriere wieder aufzubauen.
Übermäßige Impfungen: Ein unterschätzter Risikofaktor
Impfungen sind wichtig, um Hunde vor gefährlichen Infektionskrankheiten zu schützen, aber zu viele Impfungen können das Immunsystem auf Dauer belasten. Einige Impfstoffe enthalten Adjuvantien wie Aluminium und Quecksilber, die das Immunsystem zusätzlich reizen können. Kombinationsimpfstoffe, die mehrere Erreger gleichzeitig abdecken sollen, können das Immunsystem besonders beanspruchen, weil sie eine Vielzahl von Immunreaktionen auf einmal auslösen.
Wenn das Immunsystem deines Hundes ständig durch Impfungen stimuliert wird, kann es überreagieren und irgendwann beginnen, harmlose Nahrungsbestandteile als „Feind“ zu betrachten. Das Immunsystem ist dann so beschäftigt, dass es auch harmlose Proteine im Futter angreift, was eine Futtermittelallergie auslösen kann. Diese Überstimulation kann das empfindliche Gleichgewicht des Immunsystems stören und es anfälliger für weitere Belastungen machen – ein Teufelskreis, der sich immer weiter verstärkt.
Medikamente, die das Immunsystem dämpfen: Warum Apoquel und Cytopoint selten die Lösung sind
Bei quälendem Juckreiz und starken allergischen Symptomen greifen viele Tierärzte zu Medikamenten wie Apoquel oder Cytopoint. Diese Medikamente wirken schnell und können kurzfristig eine immense Erleichterung für deinen Hund bringen. Doch der Preis ist hoch, denn sie unterdrücken das Immunsystem, anstatt die Ursachen des Problems zu beheben. Apoquel zum Beispiel reduziert die Immunaktivität auf zellulärer Ebene, was bedeutet, dass das Immunsystem weniger effizient arbeiten kann. Das mag kurzfristig helfen, kann aber langfristig zu einem geschwächten Abwehrsystem führen und das Risiko für schwerwiegende Krankheiten wie Krebs erhöhen.
Cytopoint wirkt ähnlich, indem es gezielt das Zytokin IL-31 blockiert, das für das Juckreizempfinden verantwortlich ist. Doch IL-31 ist nicht nur für den Juckreiz zuständig – es hat auch andere Funktionen im Immunsystem, die bisher nicht vollständig erforscht sind. Wenn dieses Protein dauerhaft blockiert wird, können dadurch unvorhersehbare Langzeitfolgen entstehen.
Die eigentliche Gefahr dieser Medikamente liegt darin, dass sie lediglich die Symptome verschleiern. Der Juckreiz wird gelindert, aber die zugrunde liegende Problematik – sei es eine Belastung des Immunsystems oder ein gestörter Darm – bleibt bestehen. Dadurch kann sich die Allergie über die Zeit sogar verschlimmern, weil der Körper seine natürlichen Abwehrmechanismen verliert.
Die genetische Komponente: Wenn Allergien in den Genen liegen
Manchmal scheint es, als sei dein Hund für bestimmte Allergien geradezu „prädestiniert“. Manche Hunderassen haben tatsächlich eine genetische Veranlagung für bestimmte Immunreaktionen. Das bedeutet, dass ihr Immunsystem auf bestimmte Umweltreize, Futterbestandteile oder andere Auslöser empfindlicher reagiert als bei anderen Hunden. Doch die gute Nachricht ist: Genetik ist nicht Schicksal.
Auch wenn eine genetische Prädisposition besteht, bedeutet das nicht, dass dein Hund zwangsläufig an Allergien leiden muss. Es gibt Möglichkeiten, die Gene „ruhig zu halten“. Die Epigenetik, eine junge Wissenschaft, zeigt uns, dass Umweltfaktoren und Lebensstil eine große Rolle dabei spielen, wie Gene im Körper „abgelesen“ und aktiviert werden. Faktoren wie die Ernährung, der Kontakt mit Umweltgiften, der Stresslevel und die allgemeine Lebensweise deines Hundes können darüber entscheiden, ob ein genetisches Risiko tatsächlich zum Problem wird.
Durch eine möglichst natürliche, ausgewogene Ernährung, Stressreduktion und die Vermeidung toxischer Belastungen kannst du die Wahrscheinlichkeit senken, dass allergische Reaktionen überhaupt auftreten. Die richtige Pflege und die Beachtung der natürlichen Bedürfnisse deines Hundes können dabei helfen, genetische Schwächen auszugleichen und ein gesundes Immunsystem zu fördern.
Fazit: Die wahre Lösung liegt tiefer – auf der Suche nach der eigentlichen Ursache
Futtermittelallergien sind oft nur ein Symptom für ein tieferliegendes Problem. Eine Futterumstellung mag kurzfristig Linderung verschaffen, doch die wirkliche Herausforderung liegt darin, die Wurzeln des Problems zu verstehen und zu beheben. Das bedeutet, das Immunsystem zu stärken, den Darm wieder aufzubauen und mögliche Belastungen durch Umweltgifte oder Stress zu reduzieren.
Wenn du bereit bist, deinem Hund wirklich zu helfen, ist der ganzheitliche Ansatz unverzichtbar. Ein gesunder Darm, eine ausgewogene Ernährung ohne chemische Zusätze und ein möglichst naturbelassener Lebensstil können deinem Hund helfen, sein Gleichgewicht zurückzugewinnen und sich von innen heraus zu heilen. Die Reise zur Heilung ist vielleicht nicht die schnellste, aber sie ist der einzige Weg zu echter, nachhaltiger Gesundheit für deinen vierbeinigen Freund.
Die unsichtbaren Auslöser und warum die Symptome oft täuschen
Es gibt viele verschiedene Arten von Allergien bei Hunden, und sie alle können sich in ganz unterschiedlichen Symptomen äußern. Am häufigsten treten Futtermittelallergien, Umweltallergien und Kontaktallergien auf – und oft ist es schwierig, die genaue Ursache herauszufinden, da die Symptome sich stark ähneln können. Futtermittelallergien werden durch bestimmte Proteine im Futter ausgelöst und führen oft zu Verdauungsproblemen, Juckreiz und Hautirritationen. Umweltallergien hingegen werden durch Pollen, Staubmilben, Schimmelpilze oder andere Substanzen in der Umgebung verursacht und machen sich meist durch Niesen, rote Augen und wiederkehrende Ohrenentzündungen bemerkbar. Dann gibt es noch die Kontaktallergien, bei denen das Allergen über direkten Hautkontakt aufgenommen wird – etwa durch bestimmte Pflanzen, Chemikalien im Haushalt oder sogar Materialien wie Plastik oder Gummi.
Diese Allergiearten können einzeln oder in Kombination auftreten, was die Diagnose zusätzlich erschwert. Ein Hund mit Umweltallergien kann auch auf Futterbestandteile reagieren, und ein Hund mit Futtermittelallergien kann gleichzeitig empfindlich auf chemische Zusätze im Alltag reagieren. Die Herausforderung besteht darin, die Auslöser zu identifizieren und das Immunsystem deines Hundes langfristig zu stabilisieren, statt nur die Symptome zu bekämpfen. Denn wie sich zeigt: Ein Juckreiz hier, ein Magenproblem dort – diese Anzeichen sind oft Teil eines größeren, systemischen Ungleichgewichts.




Diagnoseverfahren bei Hundeallergien: Was die Schulmedizin kann – und wo ihre Grenzen liegen
Allergien bei Hunden gehören zu den häufigsten Gesundheitsproblemen, mit denen Tierärzte konfrontiert werden. Juckreiz, Hautausschläge, Verdauungsprobleme und wiederkehrende Ohrenentzündungen sind typische Symptome. Doch die Diagnose von Allergien ist oft eine langwierige und komplexe Angelegenheit. Während die Schulmedizin über verschiedene Diagnoseverfahren verfügt, stößt sie in der Praxis häufig an ihre Grenzen. In diesem Artikel beleuchten wir die gängigen schulmedizinischen Diagnosemethoden und hinterfragen, wie zuverlässig sie wirklich sind.
1. Der Ausschlussdiät-Test: Ein Klassiker mit Schwächen
Eine der häufigsten Methoden zur Diagnose von Futtermittelallergien ist die sogenannte Ausschlussdiät. Hierbei wird der Hund für mehrere Wochen nur mit einer neuen Proteinquelle gefüttert, die er zuvor noch nie zu sich genommen hat (z.B. Känguru oder Pferd), und eventuell mit einer neuen Kohlenhydratquelle wie Süßkartoffeln oder Kartoffeln. Ziel ist es, mögliche allergieauslösende Bestandteile aus dem Futter zu eliminieren und die Reaktion des Hundes zu beobachten.
Wenn die Symptome während der Ausschlussdiät verschwinden und nach Einführung der ursprünglichen Nahrung wieder auftreten, geht man davon aus, dass eine Futtermittelallergie vorliegt. Das Problem dabei? Die Ausschlussdiät ist zeitintensiv und nicht immer eindeutig. Hunde können auf verschiedene Proteine gleichzeitig reagieren, und selbst Spuren von Allergenen können das Ergebnis verfälschen. Zudem kann der Ausschlussdiät-Test nur Futtermittelallergien aufspüren – bei Umwelt- oder Kontaktallergien hilft er nicht weiter.
Die Ausschlussdiät ist ein hilfreiches Werkzeug, aber sie erfordert viel Geduld und Konsequenz. Außerdem liefert sie nur Hinweise auf Futtermittelallergien und schließt andere Allergieformen nicht aus.
2. Intradermale Hauttests: Effektiv, aber aufwändig und kostspielig
Ein weiteres häufig eingesetztes Verfahren in der Schulmedizin ist der intradermale Hauttest, der besonders zur Diagnose von Umweltallergien verwendet wird. Dabei wird dem Hund eine kleine Menge verschiedener potenzieller Allergene (wie Pollen, Schimmelpilze, Hausstaubmilben) direkt unter die Haut gespritzt, und die Reaktion wird beobachtet. Wenn die Haut an einer Stelle anschwillt oder sich rötet, deutet das auf eine mögliche Allergie gegen das jeweilige Allergen hin.
Intradermale Tests gelten als relativ zuverlässig, da sie die direkte Immunreaktion der Haut testen. Doch der Test hat auch Nachteile: Er ist für den Hund unangenehm, muss oft unter Sedierung durchgeführt werden und ist relativ teuer. Zudem beschränkt sich die Auswahl der getesteten Allergene oft auf die üblichen Verdächtigen, wie Hausstaubmilben oder gängige Pollenarten. Spezifische Allergien auf seltenere Umweltfaktoren können so leicht übersehen werden.
Der Hauttest ist eine nützliche Methode zur Diagnose von Umweltallergien, jedoch nur mit eingeschränkter Verfügbarkeit und hohem Kostenaufwand. Außerdem bietet er keine Lösung für Futtermittel- oder Kontaktallergien.
3. Bluttests: Schnell und unkompliziert, aber oft unzuverlässig
Bluttests zur Diagnose von Allergien sind eine beliebte Alternative, da sie weniger invasiv sind als Hauttests. Dabei wird das Blut des Hundes auf das Vorhandensein bestimmter Antikörper (IgE) gegen potenzielle Allergene untersucht. Diese Methode ist schnell und bequem, da nur eine Blutprobe nötig ist, die auch ohne Sedierung entnommen werden kann.
Das große Problem bei Bluttests ist jedoch ihre geringe Genauigkeit. IgE-Antikörper können im Blut aus verschiedenen Gründen erhöht sein, und ein positiver Test bedeutet nicht immer, dass das getestete Allergen die Ursache der Allergie ist. Zudem zeigen Studien, dass viele Hunde auf Allergene positiv testen, ohne tatsächlich Symptome zu zeigen. Die Ergebnisse können also irreführend sein und führen oft zu falschen Schlussfolgerungen. Viele Tierärzte setzen Bluttests deshalb nur als ersten Hinweis ein und verlassen sich nicht ausschließlich darauf.
Bluttests sind praktisch, liefern aber oft ungenaue Ergebnisse. Sie sind bestenfalls als Ergänzung zu anderen Diagnosemethoden geeignet, jedoch keinesfalls als alleinige Diagnosemethode zu empfehlen.
4. Provokationstests: Theoretisch wirksam, praktisch oft schwer umzusetzen
Der Provokationstest ist eine Methode, bei der ein Hund gezielt mit einem potenziellen Allergen in Kontakt gebracht wird, um die Reaktion des Körpers zu testen. Dies kann bei Umwelt- oder Kontaktallergien geschehen, indem der Hund kontrolliert dem vermuteten Auslöser ausgesetzt wird, z.B. bestimmten Pflanzen, Reinigungsmitteln oder anderen Umweltfaktoren. Ziel ist es, die Symptome bewusst auszulösen, um den Verdacht auf ein bestimmtes Allergen zu bestätigen.
In der Theorie ist dies ein sehr direkter Ansatz, doch in der Praxis ist der Provokationstest oft schwer umzusetzen und mit Risiken verbunden. Zum einen ist es ethisch fragwürdig, einen Hund gezielt mit einem Allergen in Kontakt zu bringen, wenn bereits bekannt ist, dass er darunter leidet. Zum anderen kann es schwierig sein, das Ergebnis eindeutig zu interpretieren, da Hunde oft auf eine Vielzahl von Reizen reagieren, die nicht immer allergisch bedingt sind.
Provokationstests sind in der Praxis nur selten anwendbar und ethisch umstritten. Sie eignen sich eher zur Bestätigung eines bereits vermuteten Allergens als zur systematischen Diagnose.
5. Kotscreening und Darmfloratests: Wichtige Ergänzung zur Allergiediagnose?
Ein relativ neuerer Ansatz in der Allergiediagnose ist das Screening der Darmflora und das Untersuchen des Kots. Es gibt Hinweise darauf, dass viele Allergien – insbesondere Futtermittelallergien – mit einem Ungleichgewicht der Darmflora in Zusammenhang stehen. Ein Darmfloratest kann helfen, Dysbiosen (Ungleichgewichte in der Bakterienbesiedlung des Darms) aufzudecken, die möglicherweise allergische Reaktionen begünstigen.
Darmfloratests werden jedoch selten als primäres Diagnoseinstrument für Allergien eingesetzt, sondern eher als ergänzende Untersuchung, die dabei helfen kann, den allgemeinen Gesundheitszustand des Hundes zu beurteilen und gezielte Darmtherapien einzuleiten. Für sich genommen liefern sie keinen klaren Hinweis auf spezifische Allergene, können aber wertvolle Erkenntnisse über den allgemeinen Zustand des Immunsystems und der Verdauung geben.
Darmfloratests sind eine interessante Ergänzung zur Allergiediagnose und können wertvolle Hinweise auf den Gesundheitszustand des Hundes liefern. Sie ersetzen jedoch keine spezifische Allergiediagnose.
Wie zuverlässig sind schulmedizinische Diagnoseverfahren?
Die schulmedizinischen Diagnosemethoden bieten eine Vielzahl von Möglichkeiten, Allergien bei Hunden zu untersuchen. Doch jede Methode hat ihre Grenzen, und viele Tierärzte stoßen im Praxisalltag auf Schwierigkeiten, wenn es darum geht, die exakten Ursachen für die Allergiesymptome zu identifizieren. Die besten Ergebnisse erzielt man oft durch eine Kombination verschiedener Ansätze – zum Beispiel durch die Kombination von Ausschlussdiät und Bluttests, unterstützt durch eine Untersuchung der Darmflora.
Leider sind die Diagnoseverfahren nicht immer so präzise, wie man es sich wünschen würde, und sie können oft keine endgültigen Antworten liefern. Hinzu kommt, dass Allergien komplexe, systemische Erkrankungen sind, die nicht nur durch einen einzelnen Auslöser bedingt sind. Das Immunsystem ist ein Netzwerk, das durch viele Faktoren beeinflusst wird, darunter genetische Veranlagung, Umweltfaktoren, Ernährung und Stress. Eine reine Symptombehandlung oder das einfache Eliminieren eines Allergens greift deshalb oft zu kurz.
Warum die Diagnose von Hundeallergien Geduld und einen ganzheitlichen Ansatz erfordert
Die schulmedizinischen Diagnosemethoden sind wertvolle Werkzeuge, um Allergien beim Hund auf die Spur zu kommen, aber sie sind keine Zauberformel. Jeder Hund reagiert individuell, und Allergien haben oft komplexe Ursachen, die sich nicht immer durch einen einzelnen Test ermitteln lassen. Als Tierhalter solltest du Geduld mitbringen und bereit sein, verschiedene Ansätze zu kombinieren. Eine enge Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Tierarzt oder Tierheilpraktiker, der sowohl schulmedizinische als auch ganzheitliche Verfahren berücksichtigt, kann helfen, die bestmögliche Diagnose und Behandlung für deinen Hund zu finden.
Das Ziel sollte immer sein, nicht nur die Symptome zu lindern, sondern das Immunsystem deines Hundes insgesamt zu stärken und das Gleichgewicht wiederherzustellen – für ein gesünderes und glücklicheres Leben deines vierbeinigen Freundes.




Schaue hierzu auch meinen Blogbeitrag unter Behandlungserfolge bei Allergien an. Gerne helfe ich dir und deinem Allergiker Hund
Ganzheitliche, naturheilkundliche Ansätze Warum sie oft erfolgreicher sind!
1. Die Bedeutung der richtigen Fütterung: Natürliche Ernährung statt Allergene im Napf
Eine natürliche, artgerechte Ernährung ist das Fundament für die Gesundheit deines Hundes. Während die Schulmedizin häufig hypoallergenes Spezialfutter empfiehlt, setzt die Naturheilkunde eher auf frische, unverarbeitete Nahrungsmittel ohne chemische Zusätze, die das Immunsystem nicht zusätzlich belasten. Viele industriell hergestellte Futtermittel enthalten Zusatzstoffe und minderwertige Zutaten, die das Risiko von Allergien erhöhen können.
Ein erfahrener Tierheilpraktiker kann dir helfen, die Futterzusammensetzung zu optimieren und deinem Hund eine möglichst natürliche, ausgewogene Ernährung anzubieten. Oft verschwinden erste Symptome bereits, wenn die Ernährung gezielt umgestellt und an die Bedürfnisse des Hundes angepasst wird.
2. Stärkung des Immunsystems: Allergien an der Wurzel packen
Anstatt das Immunsystem durch Medikamente wie Apoquel oder Cytopoint zu unterdrücken, zielt die Naturheilkunde darauf ab, es zu stärken. Ein starkes Immunsystem kann besser mit Umweltreizen und potenziellen Allergenen umgehen, ohne überzureagieren. Dazu werden häufig pflanzliche Heilmittel, homöopathische Präparate oder immunstärkende Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt, die dem Körper helfen, in sein natürliches Gleichgewicht zurückzufinden.
Besonders effektiv sind dabei Methoden wie die Phytotherapie (Pflanzenheilkunde), bei der Heilkräuter gezielt eingesetzt werden, um das Immunsystem sanft zu unterstützen und zu regulieren. Auch die Homöopathie kann eine Rolle spielen, indem sie die Selbstheilungskräfte des Hundes aktiviert und auf tiefere Ungleichgewichte eingeht.
3. Darmsanierung und Entgiftung: Die Basis für ein stabiles Immunsystem
Ein gesunder Darm ist die Grundlage für ein gesundes Immunsystem. Viele Allergien haben ihren Ursprung in einem gestörten Darmmilieu – das sogenannte „Leaky-Gut-Syndrom“ ist hier ein bekanntes Beispiel. Wenn die Darmbarriere geschädigt ist, können unverdaute Nahrungsbestandteile und Toxine in den Blutkreislauf gelangen und allergische Reaktionen auslösen. Eine gezielte Darmsanierung hilft dabei, die Darmflora wiederherzustellen und die Darmwand zu stärken.
Die Darmsanierung kann durch probiotische Präparate unterstützt werden, die „gute“ Bakterien in den Darm bringen und das Gleichgewicht der Mikroflora fördern. Gleichzeitig wird oft eine sanfte Entgiftung des Organismus angestrebt, um schädliche Stoffe, die sich im Körper angesammelt haben, auszuleiten. Dies kann durch Kräuter, die Leber und Nieren unterstützen, oder durch spezielle Entgiftungskuren erfolgen. Ein entlasteter, gereinigter Körper reagiert deutlich weniger empfindlich auf Allergene und kann sich besser regenerieren.
Allergien ganzheitlich behandeln statt nur Symptome zu unterdrücken
Die Diagnose und Behandlung von Allergien bei Hunden erfordert Geduld und eine umfassende Herangehensweise. Während die schulmedizinischen Methoden wertvolle Hinweise liefern und Symptome lindern können, liegen ihre Grenzen oft darin, die tieferliegenden Ursachen zu erkennen und langfristig zu beheben. Hier bietet die Naturheilkunde eine wertvolle Ergänzung, indem sie den gesamten Organismus in den Blick nimmt und an der Wurzel des Problems ansetzt.
Eine Kombination aus gezielter, artgerechter Fütterung, Darmsanierung, Entgiftung und Immunsystem-Stärkung kann deinem Hund helfen, seine Allergien zu überwinden und wieder in Balance zu kommen. Der Weg zur Heilung ist vielleicht nicht der schnellste, aber er ist nachhaltig und bietet deinem Hund die Chance auf ein beschwerdefreies, gesundes Leben.
Du hast einen Allergiker Hund? Dann rufe mich an oder schreibe mir eine Nachricht.
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Nicole Hempel